Airbrush Wandbemalung

Tisch­ten­nis­hal­le mit Airbrush Wandbemalung

Die beiden Tisch­ten­nis­le­gen­den, Ma Long und Timo Boll, wurden von mir auf der Außen­wand einer Tisch­ten­nis­hal­le in Wien verewigt. Die Wandma­le­rei war eine willkom­me­ne Heraus­for­de­rung für die Sommer­mo­na­te. Da es sich um eine Südwand handel­te, kam ich auch ins Schwitzen…

Airbrush Wandbe­ma­lung

Norma­ler­wei­se kommen Aufträ­ge für Wandbe­ma­lun­gen nur selten zustan­de. Erfah­rungs­ge­mäß liegt das daran, dass diese Projek­te einer­seits sehr aufwen­dig für meinen Malstil und anderer­seits mit verhält­nis­mä­ßig wenig Budget ausge­stat­tet sind. In diesem Fall hat aber alles gepasst und ich entschied mich das Atelier, meine “Komfort­zo­ne”, zu verlassen.

Die Oberflä­che der Tisch­ten­nis­hal­le kam meinen Gewohn­hei­ten entge­gen. Diese war aus lackier­ten Metall­plat­ten gebaut, also ähnlich den, mir vertrau­ten, Motor­rad­tei­len oder Helmen. Der nötige Schicht­auf­bau war dadurch zwar aufwän­di­ger als bei einer, für Wände typischen, minera­li­schen Oberflä­che, ich konnte aber meine gewohn­te Arbeits­wei­se anwenden.

Nachdem der Entwurf fertig und abgeseg­net war, kaufte ich die Rechte der Vorla­gen­fo­tos und ließ diese im übergro­ßen Poster-Format ausdru­cken. So hatte ich die Vorla­gen im Maßstab 1:1 auf Papier zur Verfügung.

Poster als Vorlage
Poster als Vorlage

Vorbe­rei­tung der Oberflä­che und Grundierung

Bei Schön­wet­ter im Juni heizte sich die dunkel­graue Wand, die ganztags der prallen Sonne ausge­setzt war, extrem auf. Mein Kunde, Karl, sorgte aber für ein super Gerüst mit Beschat­tung, danke dafür!

Zuerst reinig­te ich die lackier­te Fläche und schliff sie ganz fein an, danach verwen­de­te ich Schablo­nen aus Trans­pa­rent­pa­pier, um helle Kontu­ren zu malen. Auf diesen konnte ich die Vorzeich­nung mit einem Aquarell­stift gut anlegen. Da Magne­te auf dem metal­li­schen Unter­grund gut hafte­ten, war es möglich fast komplett auf Klebe­strei­fen zu verzichten.

Portrait Schablone
Schablo­nen aus Transparentpapier
Portrait Grundierung
Grundie­rung der Konturen
Ma Long Drawing
Vorzeich­nung im Gesicht, Airbrush am Arm

Die richti­ge Auflösung

Die Wandma­le­rei entstand dann haupt­säch­lich freihand mit der Airbrush­pis­to­le, wodurch ich auch nur eine gerin­ge Detail­auf­lö­sung erziel­te. Norma­ler­wei­se verwen­de ich Schablo­nen und Pinsel, um schar­fe Farbüber­gän­ge zu erzeu­gen und die Details fein auszu­ar­bei­ten. Wegen der Größe der Malerei und da diese ja auch nur aus der Entfer­nung betrach­tet werden würde, war das aber nicht nötig. Aus der Nähe erscheint das Bild also relativ unscharf, von unten betrach­tet erscheint die Bildschär­fe dann aber genau richtig.

Ma Long Airbrush
erst schwarz-weiß, dann in Farbe

erschwer­te Bedingungen

Während den ca. zwei Wochen Arbeits­zeit wechsel­te das Wetter leider sehr oft. Neben den heißen Tagen wurde es einmal auch richtig kalt und windig und es kam auch mehrmals zu Regen und Gewit­tern, wovor ich das unfer­ti­ge Bild mit Folien schüt­zen musste.

Regenschutz
Schutz vor dem Unwetter

Blick von unten

Kurz vor der Fertig­stel­lung der Wandbe­ma­lung wurde die Beschat­tung entfernt, um einen Blick aus der Entfer­nung darauf zu werfen. Das war sehr nützlich, da ich so noch einige Verbes­se­run­gen durch­füh­ren konnte.

Airbrush Wandmalerei
aus der Entfer­nung betrachtet
kurz vor der Fertigstellung

Versie­ge­lung

Da sich die Arbeit mit Kompres­sor und Lackier­pis­to­le sehr schwie­rig gestal­tet hätte, entschied ich mich, die Airbrush­ma­le­rei mit seiden­mat­tem Klarlack aus der Dose zu versie­geln. Dabei ist es wichtig, dass man dennoch 2‑Kom­po­nen­ten-Klarlack verwen­det, weil nur dieser die nötige Quali­tät aufweist und die darun­ter­lie­gen­den Airbrush­far­ben nicht angreift.

Timo Boll Ma Long Airbrush
Timo Boll und Ma Long, gemalt von Peter Eichinger

Schließ­lich war das Ergeb­nis sehr zufrie­den­stel­lend und mein Kunde freute sich, dass seine Tisch­ten­nis-Idole nun die Halle zierten. Ich sammel­te wichti­ge Erfah­run­gen zur Malerei im Großfor­mat und bekam außer­dem einen inter­es­san­ten Einblick in die Welt des Tisch­ten­nis­sports. So sah ich einigen natio­na­le Größen beim Training zu und spiel­te sogar ein paar Bälle mit diesen.

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